Erfahrungsbericht: GARMIN eTrex 20x in dem Einsatzbereich Longboarding (Longdistance)

Vor kurzem haben wir eine Entscheidung gefällt: Ein Smartphone-App zur Navigation und/oder Leistungsmessung ist keine dauerhafte und ausreichende Lösung für Longboardtouren (Siehe hier).

Ersteindruck des eTrex 20x

Bei der Verpackung handelt es sich um einen kompakten Karton, welcher die wesentlichen Eigenschaften des Produktes und den Lieferumfang in mehreren Sprachen aufführt.

Lieferumfang

  • das Gerät als solches
  • ein kleines Heftchen mit Sicherheits- und Produktinformationen
  • ein kleines Heftchen mit einer Schnellstartanleitung
  • ein Werbeflyer für Karten für die Navigation zu Land und zu Wasser
  • ein USB-Kabel

Das Kartenmaterial des Herstellers findest du hier.

Du kannst auch freies Kartenmaterial verwenden. Eine Kurz-Info findest du hier. Im weiteren Verlauf des Artikels beschreibe ich, welches Open Source Kartenmaterial ich verwende- und wie du es auf deinem Etrex 20x einfach installierst.

Zusammenfassung der Sicherheits- und Produktinformationen

Im Prinzip wird man auf den eigenen, gesunden Menschenverstand verwiesen. Navigation soll ein Hilfsmittel sein, welches Kartenmaterial und Beschilderung vor Ort als Orientierungshilfe ergänzen- aber nicht ersetzen soll. Auch die Aufmerksamkeit soll immer dem Geschehen (Verkehrslage) gelten. Gesetzliche Bestimmungen (zum Beispiel: Verkehrsregeln) sind einzuhalten und Abweichungen von Routenvorschlägen zu Beschilderung oder Streckenverläufen am jeweiligen Standort sind in der jeweiligen Situation vor Ort zu überprüfen, bevor eine Tour fortgesetzt wird. Eine GPS-Unterstützung ersetzt also weder Aufmerksamkeit noch Urteilsvermögen.

Es folgen Hinweise zur Befestigung im Fahrzeug, Verwendung von Batterien und Umgang mit dem Gerät im Allgemeinen. Trotz IPX7 ist ein Eintauchen des Gerätes in Wasser in den Handlungsanweisungen ausgeschlossen.

Garmin sichert sich bei Ungenauigkeiten auf eigenes Kartenmaterial ab und verweist auf die eingeschränkte Gewährleistung von einem Jahr für das Gerät. Hierbei wird genau definiert, welche Schäden in der Gewährleistung enthalten sind und welche nicht, sowie wann Reparatur- und Austausch kostenfrei sind.

Eigenschaften gemäß Produktverpackung

  • Größe und Merkmale des TFT-Displays (2,2 Zoll, 65.000 Farben)
  • WAAS-fähiger GPS-Empfänger mit GLONASS-Unterstützung
  • weltweite Basiskarte
  • microSD-Speicherkartensteckplatz
  • USB-Schnittstelle
  • Unterstützung von papierlosem Geocaching
  • IPX7 (Wasserdicht in einem Meter Tiefe für eine Dauer von bis zu 30 Minuten)
  • kann mit 2 AA-Batterien betrieben werden

Produkteigenschaften laut Herstellerseite.

GPS – Die Erläuterung findest du hier.

WAAS – Die Erläuterung findest du hier.

GLONASS – Die Erläuterung findest du hier.

IP Schutzarten (z.B.: IPX7) – Die Erläuterung findest du hier.

Auf der Vorderseite der Kartonage befindet sich ein schlichtes Foto des Gerätes.

Das erste Mal in den Händen

Da ich kein Riese bin, habe ich mich gefreut, wie gut das Gerät auch in kleinen Händen liegt. Die Kunststoffumrandung fühlt sich hochwertig und vor allem Griff-sicher an.

Bei dem Einlegen der Batterien in das Batteriefach erschreckte ich mich: Die Batterien rasten mit einem „Knall“ ein. Im ersten Moment befürchtete ich, die falsche Batteriegröße verwendet zu haben (dies war nicht der Fall). Ich entfernte die Batterien und setzte diese erneut ein. Durch den sehr knapp bemessenen Platz in dem Batteriefach wiederholte sich das knallende Geräusch. Das Öffnen und das Schließen der Gehäuserückseite wirkt stabil und vertrauenerweckend.

Garmin Express und Erstinitialisierung

Die Erstinitialisierung verlief anders, als erwartet.

Über die Verwaltungssoftware „Garmin Express“ registrierte ich das Gerät unkompliziert und bekam ein Update angeboten. Dieses lud ich herunter. Die Installation war damit nicht, wie von mir vermutet, abgeschlossen. Am nächsten Morgen startete ich das Gerät und die Installation wurde jetzt erst (problemfrei) gestartet und durchgeführt.

Die angekündigte Erstverbindung mit GPS fand nicht statt, zumindest nicht in Form grün werdender GPS-Balken- wie der Schnellstartanleitung zu entnehmen. Eine Verbindung war definitiv vorhanden, denn meinen Standort hat der GPS-Empfänger genau lokalisiert. Ich vermutete, dass das Gerät bereits einmal konfiguriert wurde. Der Händler schrieb jedoch: „Die Balken werden grün sobald ein Sat Signal empfangen wird, und das jedes Mal. Die Initialisierung geht aber auch sehr schnell wenn man draußen oder in der Nähe eines Fensters ist, dann kann es sein das das Gerät innerhalb weniger Sekunden Sat Empfang hat. Wenn Sie ein neues Gerät einschalten und dann die Sprache wählen kann es sein, dass das Gerät während dieser Zeit schon das GPS Signal hat.“

Bei der ersten Konfiguration orientierte ich mich, da die Anleitungen nicht ausreichend Informationen bieten, an dieser Beschreibung.

Karteninstallation

Zunächst definierte ich über http://extract.bbbike.org/ einen eigenen Kartenausschnitt, welchen ich auf meinem Gerät verwenden wollte. Die extrahierte Datei schob ich einfach in den Garmin-Ordner (Garmin wird in Windows 7 als Wechselmedium erkannt und kann in gewohnter Ordnerstruktur bedient werden). Etrex startete nach der Installation der Karte jedoch nicht mehr, sondern meldete: „Kartenauthentifizierung nicht möglich. Für Unterstützung an Verkäufer wenden.“ Eine Suche im Internet ließ mich schnell sowohl auf die Ursache stoßen, als auch die Problemlösung finden: Klick. Ich machte die selbe positive Erfahrung, welche auch der Blogger machte: Die Verwendung der OSM Freizeitkarte (ich installierte mir Deutschland direkt auf das Gerät ohne Einsatz einer SD-Karte) funktioniert vollkommen fehlerfrei (ebenfalls einfach in den Garmin-Ordner schieben).

Verwendung mit auf Komoot geplanten Routen

Für die Planung von Longboard-Touren ist Komoot meines Erachtens die ideale Plattform: Die Routen können am PC nach Bodenbeschaffenheit und Art des Weges geplant werden.

Bei einem Klick auf „Loser Untergrund“ hebt das Tool den betroffenen Abschnitt auf der geplanten Route hervor, so dass die unerwünschte Passage umgeplant werden kann. Dies funktioniert natürlich auch mit einem Klick auf die anderen Kriterien. Straßen, unbekannter und loser Untergrund sollten für Longboardtouren selbstverständlich den prozentual geringsten Anteil an der gesamten Strecke haben. Die Angaben sind sehr zuverlässig, wir sind viele Routen abgefahren und die Angaben haben sich immer als realistisch herausgestellt.

Nun muss die Route auf das GPS Gerät. Dies ist relativ einfach: Der Download der geplanten Strecke ist über Komoot direkt machbar (sofern man das Komplettpaket freigeschaltet hat). Es handelt sich bei der generierten Datei um das .gpx-Format. Auch diese Datei wird wieder in den entsprechenden Dateiordner des GPS-Gerätes übertragen. Die importierte Datei wird vom eTrex als Track erkannt.

Wichtig: Man startet nun den Track-Manager auf dem eTrex und darüber den importierten Track. Jede Form eines Importes in ein anderes Tool oder der Start über Navigation führt zu (minimalen bis starken) Veränderungen an der mühevoll Longboardgerecht geplanten Strecke!

Nun kannst du ganz einfach die Tracklinie abfahren. Deine Position wird als kleiner Pfeil dargestellt. Ohne Routing (keine Streckenanpassungen, keine Hinweise auf Abbiegungen) solltest du dir angewöhnen immer bei Abzweigungen und Kreuzungen einen Blick auf das GPS-Gerät zu werfen, ob du dich noch auf deiner Tour befindest.

 

Erster Praxistest

Auf unserer ersten Tour mit dem Gerät (29,1 km) hat das Abfahren des Tracks sehr gut geklappt.

  • Egal wie die Lichtverhältnisse gewesen sind: Ich konnte jederzeit vom Display ablesen
  • Auch bei schweissnassen Handinnenflächen: Das Gerät konnte sicher und total angenehm gehalten werden
  • Die Batterielaufzeit ist ideal: Der Bildschirm war die ganze Zeit über aktiv- der Akkustand hat sich kaum geleert

Nach der Tour

Nach der Tour kann der gespeicherte Track vom GPS-Gerät auf die lokale Festplatte am PC kopiert werden und in Komoot importiert werden: Klick.
Dadurch bekommt man eine visuelle Auswertung: Durchschnittsgeschwindigkeit, Dauer, Anzahl der Kilometer, Höhenprofil, die Route auf einem Kartenausschnitt. Zudem kann man nun gefahrene Strecken in sozialen Netzwerken teilen.


Was ich noch nicht herausgefunden habe, ist wie man die Aufzeichnung auf dem eTrex pausiert. Bei der verlinkten Teststrecke haben wir uns auf einem Abenteuerspielplatz aufgehalten und immer mal wieder kleine Pausen gemacht. In der Zeit lief die Aufzeichnung dennoch weiter, so dass die Durchschnittsgeschwindigkeit sich rein rechnerisch reduziert hat.
Wünschenswert wäre es, die reine Fahrzeit zu messen. Aber wie das geht, finde ich auch noch raus: Obwohl das eTrex im Menü sehr einfach und übersichtlich erscheint, hat es eine Menge Funktionen, welche gerade am Anfang erst nach und nach entdeckt werden wollen.

Fazit

Komoot und Garmin etrex20x bilden für Longboardtouren auf langen Distanzen ein untrennbares Unterstützungsteam. Für das GPS-Gerät lässt sich feststellen, dass es sehr gut dauerhaft gehalten werden kann, immer ablesbar ist, eine gigantische Laufzeit hat, genug Speicherplatz auch ohne SD-Karte bietet, stabil und Sturzregen-Sicher ist.

 

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